Einbau einer Standheizung in Wort und Bild

  • Liebe Forums-Mitglieder,


    vor etwa einem Jahr haben wir, meine Freundin und ich, ein Eberspächer Standheizungsgerät geschenkt bekommen. Beim Test daheim stellte sich heraus, dass das Steuergerät hinüber war. Das wussten die Schenkenden vermutlich selber nicht mehr. Um 50 Euro hatten wir flux ein Gebrauchtes aus der Bucht geangelt. Erst im Oktober dieses Jahres kamen wir dazu unser Winterauto, einen Opel ASTRA F Caravan Bj. 1992, umzubauen.


    Für den interessierten Leser hätte ich hier eine bebilderte Geschichte dazu:


    Bild 001: Alles begann mit einem Test daheim...

    Dabei handelt es sich allerdings um einen Zwischentest. Vom ursprünglichen Test mit der noch nicht montierten Standheizung daheim gibt es leider keine Fotos. Das blaue Gerät ist ein Bastelföhn welcher etwa eine Temp von 150°C erzeugt. Der Heizlüfter des Autos hat auf der anvisierten Stufe 2 etwa einen Stromverbrauch von 5 Ampere.


    Bild 002 zeigt die bereits montierte Standheizung:

    Der/die Dieselfilter/heizung musste dazu etwas verlegt weden.


    Bild 003:

    Die zu heizende Luft wird aus dem Innenraum angesaugt. Als Durchführung haben wir die alternative Kabeldurchführung verwendet, welche auch vom Vauxhall-Astra für die Hauptverkabelung verwendet wurde. Die Heißluft haben wir direkt in den Heizlüfter eingeleitet. Sprit haben wir mittels T-Stück nach dem Dieselfilter abgezweigt (Bild unten-Mitte).


    Als Befestigung für die Standheizung haben wir einen 2mm starken Stahlwinkel verwendet - er stammt aus einem bereits 1994 ausrangierten Wohnhauslift, er hatte ursprünglich einen 10kg Trenntrafo gehalten.


    Die Bohrschablone war in der Montageanleitung zur Standheizung enthalten. Leider in einer weitaus verkleinerten Version. Diese habe ich dann mit einen Grafikprogramm (Iphoto+) solange gezoomt bis die Maße passten, um sie dann auszudrucken Bild 023:


    Bild 004:

    die rückseitige Befestigung und Halterung dient eigentlich zur Verstärkung des Karosseriebleches und entstammt von einer anderen Dieselheizung.


    Bild 005:

    Den Frischluftschlauch für die Verbrennung haben wir, obwohl vom Hersteller nicht vorgesehen, mit einem Netz gegen die Ansaugung von Schmutz, versehen.


    Bild 006:

    den Dieselkraftstoff haben wir Mittels T-Stück vom Schlauch nach der Dieselheizung abgezweigt.


    Bild 007:

    Von li nach re: Verbrennungsluftschlauch, von uns mehrfach Umantelte Kabelführung, von uns um ca. 5cm verlängerter Auspuffanschluss, Dosierpumpe (Ansaugung).


    Bild 008:

    der von uns ins Radhaus geführte Auspuff. Als "Schutzblech" direkt beim Ausgang dient ein Stück Deckel einer Fischdose aus Alu. :D


    Bild 009 und 010:

    zeigt den Heißluftanschluss, den wir aus zweier Schläuche kreiert haben.


    Mit Bild 011 geht es nun in den Innenraum:

    dazu hatte ich mit einem Stufenbohrer ein 3cm großes Loch in den Innenraum gebohrt, welches direkt unter dem Handschuhfach auf der Beifahrerseite endete. Als Abdichtung habe ich einen Gummi aus einem Astra samt originaler GM Dichtungsknetmasse für den Hauptkabelbaum verwendet.


    Bild 12:

    zeigt das fertig montiertes Steuergerät samt Verkabelung. Ganz rechts: Luftschlauch mit Schutznetz gegen Schmutz.


    Bild 13:

    zeigt die verkabelten Module und Relais auf der Rückseite der Mittelkonsole. Hier haben wir den Lüftungsventilator mit einer Ausschaltverzögerung von 1 Minute geschaltet, gesteuert durch das gelbe Kabel der Moduluhr der Standheizung.


    Bild 014:

    zeigt die Unterseite der Mittelkonsole mit der (vor einer ganzen Weile schon) nachgerüsteten Dauerstrom 12V-Buchse samt Verkabelung zu den Modulen.


    Bild 015:

    zeigt die montierte Moduluhr, Umschalter für Zündplus (Normalbetrieb) und Dauerplus, Abschaltmöglichkeit für die Uhr und das Modul (kleiner Schalter)


    Bild 016 und 017:

    zeigt eine Fliese als Wärmedämmung anstatt des originalen Luftfilters :D und zusätzlich darauf noch eine Austotherm Wärmedämmplatte


    Bild 018 wieder zurück in den Innenraum:

    Mmmmhhh, wohlige Wärme wird bereits erzeugt. Oben das UKW-Radio unten die Moduluhr der Standheizung. Sie zeigt 20 Minuten Restzeit an.



    An der Stelle, an der die Standheizung von uns montiert wurde gehört eigentlich der Waschwasserbehälter hin. Den mussten wir zu diesen Zweck verlegen. Mit dem originalen Astra F Behälter ging das irgendwie nicht. Wir fanden aber heraus, dass der vom Opel Corsa A passen müsste, Neben der Autobatterie war noch Platz. Die Halterung für den Servoölbehälter schien mir prädestiniert dafür zu sein. Allerdings musste dieser für diesen Zweck zunächst modifiziert werden - siehe Bild 019:

    (am Minischraubstock)


    montiert neben der Autobatterie Bild 020:


    Auf Bild 21 ist der Motorraum mit dem fertigen Standheizungsprojekt zu sehen. Darunter zum Vergleich ein originaler Astra F Motorraum mit Servo Bild 022:


    Viele Grüße,

    Walter

  • So eine Standheizung ist was feines.:thumbup:


    Was ist das für ein Baujahr? Hat sie schon einen Batteriewächter integriert?


    Hat das T-Stück mit der Schellenunterlage schon den Segen der Prüfer?


    Unterschätze nicht die Abgastemperatur, lass das Abgasrohr besser nur "in Luft" blasen, nicht gegen lackierte Teile.


    Und hättest du die Einstelluhr nicht mal putzen können, bevor du Bilder davon machst?;)

  • Das Baujahr der ist 1993. K.A. bzgl. einer Batteriewächterfunktion. Mit einer 100Ah Batterie dürfte die Standheizun schon ne Weile das Auslangen finden. Aber danke für den Tipp, ich habe ein digitales Batteriemessgerät für die 12V-Buchse, das werde ich dafür aktivieren.

    Hat das T-Stück mit der Schellenunterlage schon den Segen der Prüfer?

    Warum, wie meinst Du das. Auf jeden Fall startet der Motor problemlos, somit dürfte das System dicht sein.


    Ohne dem Stück Blech würde die Abgase direkt auf das Kunststoffradhaus geblasen werden, das wäre weitaus ungünstiger. Das Abgasrohr erhitzt sich auf etwa 150°C.


    Die Moduluhr sollte möglichst authentisch bleiben. Nur deswegen habe ich sie nicht geputzt! :D


    Viele Grüße,

    Walter

  • Moin, mal `ne Frage an die Österreichischen Mitglieder hier im Forum: Mir ist aufgefallen, das in Ö viele ältere Diesel rumfahren, sieht man hier auch im Forum, gibt es bei euch keine hohe Dieselsteuer?, oder Fahrverbote für Diesel? Ich weis, gehört hier nicht so ganz hin, ist mir hier nur aufgefallen. MFG Ulf.

  • Hallo Ulf,


    umgekehrt ist mir auch aufgefallen, dass die meisten Deutsche Bürger Benziner fahren. Braucht man ja nur den Gebrauchtmarkt von Opel Astra Diesel bis 1998 auf eBay-Kleinanzeigen mit dem von Willhaben.at vergleichen.

    Und "ja", es gibt bei uns keine Fahrverbote für Dieselfahrzeuge, und der Treibstoff ist zudem auch günstiger. Aber selbst wenn es umgekehrt, und so wie in D wäre, würde ich, allen Widrigkeiten zum Trotz, weiter beim Saugdiesel bleiben. :)


    Und zwar nicht nur aus Sammeltechnischen Gründen, sondern auch, weil diese Technik für den Schrauber in mehrfacher Hinsicht auch sicherer ist: Keine Benzindämpfe und ein wesentlich höherer Flammpunkt - so macht basteln eindeutig mehr Spaß!


    Zudem ist diese Technik traumhaft simpel, es ist kein Steuergerät notwendig und wenn der Selbstzünder läuft, dann läuft er. Theoretisch auch ohne weitere Stromzufuhr und praktisch dann wenn man das Abstellventil umgeht.


    Egal, welche Steuern oder Hürden in Zukunft kommen, ich/wir bleib(en) beim Saugdiesel :)


    Viele Grüße,

    Walter

  • Moin, danke für die Antwort, finde die Einstellung von dir/euch richtig gut. Werde demnächst auch Diesel fahren, als Zugfahrzeug für meine Autotransporte zu Kunden: `ne "Wanderdüne", Mercedes 240 D Automatik, W123, BJ. 84, mit H- Kennzeichen auch in Deutschland bezahlbar. MFG Ulf.

    PS: Aber erst, wenn meine f - Cabs wieder laufen.^^

  • Oh, hatte nicht gesehen, das du aus Österreich bist.

    Bei uns muss die Standheizung vom Überwachungsverein eingetragen werden, da das Kraftstoffsystem verändert wird.


    Edit: Mein Scorpio hatte auch eine große Batterie, trotzdem saß ich schon mal im schön vorgeheizten Auto, konnte aber nicht mehr starten. :(

  • Knut, ich habe bisher immer gehört, dass jeder Pups am Auto (ausgenommen die vorgenannten Duftbäume :366: und der Austausch der serienmäßigen gegen verchromte Kolbenrückholfedern) "typisiert" werden muss ...


    Schau Dir mal hierzu diese Seite an und die darin verlinkte Änderungsliste. Und da besonders Punkt 13.2 ...

    Jede Bewegung, die nicht der Fortpflanzung oder Nahrungsaufnahme dient, ist unnötig und hat daher zu unterbleiben.


    Privat: Zafira A 2.0 DTI Comfort (Y20DTH) Automatik in rentnergrau-metallic (lichtsilber Z163) 738083_6.png

    Dienstlich: Im zufälligen Wechsel Mercedes-Benz Citaro und MAN Lion's City
    Jetzt schwer beschäftigter Rentner. :P

  • Topic und Nachtrag: Heute habe ich die Standheizung um ein kleines-feines aber wichtiges Detail ergänzt:

    Zwar habe ich den CO-Warner mittels 12 auf 5V-Adapter (über den kleinen Schalter der auch die Moduluhr schaltet) verkabelt, allerdings habe ich darauf geachtet, dass das Gerät mit nur 2 (!) Handgriffen wieder batteriebetrieben werden kann:

    Dünnes Kupferkontaktplättchen zw. Pluspol und dem Plastikgehäuse herausziehen und anschl. Haltemutter der Buchse entfernen. Die Minusfeder drückt lediglich gegen dem Massekontakt der 3,5mm Klinkenbuchse.


    Viele Grüße.

    Walter